ETL 186 Peine – Hallendorf

Bau und Rekultivierung

Großprojekte umsichtig durchführen

Um in Deutschland eine zuverlässige Gasversorgung zu gewährleisten, ist der Bau neuer Infrastrukturen erforderlich. Aus diesem Grund bauen wir in den nächsten Jahren auch in Ihrer Region neue Energietransportleitungen. Die Baumaßnahmen sind das Ergebnis eines sorgfältigen Planungsprozesses.

Offene Bauweise

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Geschlossene Bauweise

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Rekultivierung

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So entsteht eine Energietransportleitung

Zum Verlegen der Rohre gibt es zwei zentrale Verfahren: die offene und die geschlossene Bauweise. Situationsabhängig wird die Vorgehensweise ausgewählt, die sich für den jeweiligen Bauabschnitt eignet. Beide Verfahren umfassen viele Teilschritte, bis die neue Leitung schließlich den Betrieb aufnehmen kann. Und danach ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen: Die Rekultivierung des Arbeitsstreifens richtet die beanspruchten Flächen abschließend wieder her.

Offene Bauweise

Bei freien Flächen findet die offene Bauweise Anwendung. Hierbei heben Bagger einen Graben aus, in den das Rohr von oben abgesenkt wird.

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Rohrlager einrichten

Sobald der genaue Trassenverlauf feststeht und die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, werden an gut erreichbaren Stellen Rohrlagerplätze angelegt und die nötige Infrastruktur für die logistisch aufwendige Rohranlieferung eingerichtet. Dabei gilt es, den Straßenverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen.

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Arbeitsstreifen anlegen

Jetzt entsteht der Arbeitsstreifen: Im Bereich neben der eigentlichen Rohrleitungstrasse, den später schwere Baufahrzeuge nutzen, wird eine Baustraße angelegt. Wie diese konkret angelegt wird und ob dafür temporär Befestigungsmaterial oder Stahlplatten beziehungsweise Baggermatten zum Einsatz kommen, ergibt sich aus dem Bodenmanagementkonzept sowie den Ergebnissen der Baugrunduntersuchung. Diese sind Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses.

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Entwässerungskonzept umsetzen

Aus statischen Gründen muss der Rohrgraben, in dem die Leitung verlegt werden soll, trocken sein. Diese Bedingung stellt das im Vorfeld erarbeitete Entwässerungskonzept sicher, bei dem Drainagen, Brunnen und temporäre Grundwasserabsenkungen zum Einsatz kommen. Das hierbei anfallende Wasser wird zumeist fachgerecht aufbereitet und in der Regel in lokale Gewässer eingeleitet.

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Rohre vorbereiten

Der Verlauf einer Leitungstrasse passt sich den örtlichen Gegebenheiten an. Richtungsänderungen werden dabei mit Bögen eingeleitet, die auf den Rohrlagerplätzen mit speziellen Maschinen nach Bedarf kalt gebogen oder bereits als Formteile im Stahlwerk hergestellt werden. Anschließend transportieren spezielle Rohrtransportfahrzeuge die bis zu 18 Meter langen Pipelinestücke an die jeweiligen Einsatzabschnitte entlang der Trasse.

Nun werden mehrere Rohre zu verlegungsbereiten Strängen verschweißt. Dabei schützen Zelte insbesondere den empfindlichen Schweißvorgang vor Witterungseinflüssen.

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Rohre verlegen

Sind die vorbereitenden Maßnahmen erfolgt, kann der eigentliche Bau beginnen. Zunächst wird die gegebenenfalls notwendige Grundwasserhaltung für den definierten Bauabschnitt in Betrieb genommen, denn der Aushub des Rohrgrabens und das Ablegen des vorgefertigten Rohrstranges kann nur in trockenem Baugrund erfolgen. Anschließend hebt ein Bagger mit einer trapezförmigen Spezialschaufel den Rohrgraben profilgerecht aus. Der Boden wird in den unterschiedlichen Horizonten ausgehoben und getrennt voneinander gelagert, damit es im Zuge der Wiederverfüllung des Rohrgrabens und der Rekultivierung des Arbeitsstreifens zu keiner Vermischung der unterschiedlichen Bodenhorizonte kommt.

Ist der Rohrgraben frei von Steinen, senken mehrere Spezialkräne – die Seitenbäume – die vorgefertigten Rohrstränge ab. Der abgesenkte neue Rohrstrang wird an dem zuvor abgelegten Rohrstrang ausgerichtet und durch mehrere Schweißnähte verbunden. Anschließend erfolgt eine sorgfältige Überprüfung der Verbindung durch einen unabhängigen Sachverständigen. Erst nach dessen Freigabe kann die errichtete Schweißnaht isoliert werden. Danach wird der Rohrgraben horizontenweise verfüllt und die Grundwasserhaltung abgestellt.

Anschließend wandert die Baustelle zum nächsten Bauabschnitt weiter und der Vorgang wiederholt sich, bis die Rohrleitung fertiggestellt ist. Wir sprechen deshalb von einem Linienbauwerk.

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Leitung in Betrieb nehmen

Bevor die Leitung ihren Betrieb aufnehmen darf, muss sie umfangreiche Tests bestehen – beispielsweise die Wasserdruckprobe. Hierbei ist der Druck deutlich höher als später im Betrieb. Im Anschluss helfen Reinigungsmolche dabei, Restfeuchtigkeit und Verunreinigungen aus dem Inneren der Leitung zu entfernen. Erst wenn dadurch die Sicherheit der neuen Leitung gewährleistet ist, darf sie mit Gas befüllt werden.

Videoserie „Gasunie baut“

Sehen Sie sich hier mehr zur offenen Bauweise an:

ETL 180 – Verlegung in offener Bauweise

Geschlossene Bauweise

Versperrt ein Bauwerk oder natürliches Hindernis den Weg – beispielsweise eine Straße oder ein Fluss, der den Trassenverlauf kreuzt –, kommt für diesen Abschnitt die geschlossene Bauweise zum Einsatz. Hierbei wird das Rohr unterirdisch verlegt, ohne einen Graben auszuheben.

Bei der geschlossenen Bauweise gibt es verschiedene Verfahren. Die Königsdisziplin der geschlossenen Verlegung stellt das Horizontalspülbohrverfahren, kurz HDD (Horizontal Directional Drilling), dar. Es kommt für besonders anspruchsvolle, mehr als 400 Meter lange Querungen zum Einsatz.

Zu den weiteren Methoden zählt das Mikrotunnelverfahren: Von der Startbaugrube aus beginnt der Bohrprozess in Richtung Zielschacht. Eine Presseinrichtung treibt die Mantelrohre voran. So entsteht ein Tunnel, der dann der Verlegung der nötigen Leitungen dient.

Das DirectPipe®-Verfahren ermöglicht in einem einzigen Arbeitsschritt die grabenlose Verlegung eines vorgefertigten Rohrstranges. Die Pipeline wird vorgeschweißt und geprüft, und auf der Startseite wird eine Microtunneling-Maschine installiert, die schubweise in den Boden vorgepresst wird.

Für die kleinräumige Kreuzung von Straßen kommt meist das Pressbohrverfahren zum Einsatz. Hierbei wird das zu verlegende Rohr mittels einer hydraulischen Pressbohranlage erschütterungsfrei in das Erdreich gepresst.

Leitung in Betrieb nehmen

Genau wie bei der offenen Bauweise stehen vor Inbetriebnahme umfangreiche Untersuchungen an, welche die Sicherheit der Gasleitung gewährleisten. Danach werden die Start- und die Zielgrube fachgerecht verfüllt – nun kann die Rekultivierung beginnen.

Videoserie „Gasunie baut“

Sehen Sie sich hier mehr zur geschlossenen Bauweise an:

ETL 178 – Rohreinzug nach HDD-Bohrung

HDD-Verfahren in drei Schritten erklärt

Bei der HDD-Bohrung beschränken sich die Baustellen auf den Ein- und den Austrittspunkt des Rohres und gegebenenfalls auf eine Fläche, auf der der einzuziehende Rohrstrang vorgefertigt und geprüft wird. Hierfür muss auf einer Seite die gesamte Länge der geplanten Bohrung als Arbeitsstreifen vorgehalten werden. Zuvor angelegte Spülsammelgruben fangen bei der Bohrung anfallendes Material auf. An der sogenannten Startgrube befindet sich das Horizontalbohrgerät, welches die Bohrung, angepasst an die jeweiligen geologischen Gegebenheiten, steuert.

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Pilotbohrung durchführen

Der Prozess einer HDD beginnt mit der Pilotbohrung, bei der ein Bohrkopf von der Startgrube zur Zielgrube geführt wird. Während dieses Vorgangs wird Bentonit als Bohrflüssigkeit durch den Bohrkopf gepumpt, um den Bohrkanal zu stabilisieren. Hochdruckdüsen und Schneideelemente am Bohrkopf zerkleinern den Boden, sodass der Abraum zusammen mit dem Bentonit durch den Bohrkanal herausgespült wird. Eine Sonde am Bohrgestänge übermittelt dem Piloten präzise Positionsdaten. So ist der Pilot in der Lage, die Bohrung entlang der geplanten Trasse zu steuern.

Animation: Pilotbohrung durchführen

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Bohrkanal aufweiten

Nach Erreichen der Zielgrube wird der Bohrkopf durch einen größeren Räumer ersetzt, der den Bohrkanal auf den gewünschten Durchmesser erweitert. Der Räumer wird hierzu von der Zielgrube zurück zur Startgrube gezogen. Dieser Schritt kann mehrmals wiederholt werden, um den Kanal schrittweise bis zum passenden Leitungsdurchmesser zu vergrößern. Während des gesamten Prozesses sorgt die kontinuierliche Überwachung der Position und Ausrichtung des Bohrkopfs dafür, dass die Bohrung präzise und sicher entlang der geplanten Trasse erfolgt.

Animation: Bohrkanal aufweiten

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Rohrstrang einziehen

​Schließlich wird der im Arbeitstreifen an der Zielgrube vorgeschweißte Rohrstrang in den erweiterten Bohrkanal eingezogen. Dabei wird ebenfalls Bentonit als Bohrflüssigkeit verwendet. So lässt sich die Reibung reduzieren und die Stabilität des Kanals gewährleisten. Sobald die Rohrleitung die richtige Position erreicht hat, stabilisieren wir das eingezogene Rohr durch Aushärtung in der Lage. Das beim Einzug herausgespülte überschüssige Material wird aufgefangen und entsorgt. Die Rohrenden des Leitungsstrangs werden anschließend auf beiden Seiten mit den erdverlegten Rohrsträngen verschweißt.

Animation: Rohrstrang einziehen

Rekultivierung

Noch während der eigentlichen Verlegung der Rohrleitung wird in Bauabschnitten, in denen die Arbeiten bereits abgeschlossen sind, mit der Rekultivierung der Arbeitsstreifen begonnen. Sie verfolgt das Ziel, die in Anspruch genommenen Flächen so wiederherzustellen, wie sie vor Beginn der Bautätigkeiten vorgefunden wurden. Damit dieses Vorhaben gelingt, braucht es individuelle Lösungen, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientieren.

Das Ziel der Rekultivierung ist, die unbeschränkte Bewirtschaftbarkeit wiederherzustellen.

So verläuft die Rekultivierung

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Baustelle und Arbeitsstreifen zurückbauen

Der erste Schritt der Rekultivierung besteht im Rückbau der Baustellen. Alle Installationen und Baumaschinen, die für die Rekultivierungsmaßnahmen nicht mehr erforderlich sind, werden demontiert und abtransportiert. Das gilt auch für überschüssiges Material, zum Beispiel Befestigungsmaterial aus der Baustraße.

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Maßnahmen umsetzen

Damit die Rekultivierung gelingt, müssen die passenden Maßnahmen für die jeweiligen Bauabschnitte durchgeführt werden. Dazu begeht die bodenkundliche Baubegleitung die betroffenen Flächen und legt in Abstimmung mit der Bauüberwachung und des ausführenden Bauunternehmers die erforderlichen Maßnahmen fest. Diese kommen im Anschluss zur Ausführung.

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Drainagen wiederherstellen

Zuletzt stellt eine qualifizierte Fachfirma die vom Bau betroffenen Drainagen wieder her. Es ist möglich, dass Restarbeiten an Drainagen eventuell erst später ausgeführt werden, um so Setzungen des Bodens vor dem Wiederherstellen der Entwässerung abzuwarten. Etwaige Nachteile aus einer noch nicht ordnungsgemäß wiederhergestellten Drainage werden selbstverständlich Bestandteil einer Entschädigungsregelung mit den Grundeigentümern.

Videoserie „Gasunie baut“

Sehen Sie sich hier mehr zur Rekultivierung an:

ETL 180 – Rekultivierung

Enge Abstimmung

Während des gesamten Prozesses bleibt Gasunie im Austausch mit den Eigentümern und Bewirtschaftern der in Anspruch genommenen Flächen. Wann die Rekultivierungsarbeiten anlaufen, hängt vom Zustand der Flächen und Böden sowie von den Witterungsverhältnissen ab.

Nach dem Abschluss der Rekultivierung setzen wir uns zeitnah mit den Nutzungsberechtigten in Verbindung, um die entstandenen Schäden und Beeinträchtigungen der Bauausführung vollständig abzurechnen.

Trotz größter Sorgfalt in der Ausführung sind baubedingte Folgeschäden insbesondere in der Phase direkt nach dem Bau nicht immer zu vermeiden. Die miteinander geschlossenen Nutzungsverträge sichern in diesem Fall eine pauschale Abgeltung der Ertragsminderungen und Wirtschaftserschwernisse oder eine Entschädigung der durch Sachverständigenbeurteilung festgestellten Nachteile zu.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Alle vorzunehmenden Rekultivierungsarbeiten orientieren sich an den gesetzlichen und auch behördlichen Vorgaben. So richtet sich das Bodenschutzkonzept, das bereits in der Genehmigungsphase im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens entsteht, nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz und der Bundes-Bodenschutzverordnung. Wo sich im Projektverlauf besondere Anforderungen ergeben, erarbeitet unser Expertenteam mit großer Sorgfalt individuelle Lösungen für die passende Rekultivierung.

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Umwelt und Schutzgüter

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Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Pasteurallee 1, 30655 Hannover

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